Sitzballer der SG Emmelshausen/Bad Kreuznach Deutscher Meister!!
Die Sitzballer der Spielgemeinschaft Emmelshausen/Bad Kreuznach sicherten sich
bei der DM vom 23.bis 24. April in der Nahestadt Bad Kreuznach abermals den
nationalen Titel.
Anlässlich des 50jährigen Vereinsjubiläums der BSG Bad Kreuznach hatte man auch
angesichts der zahlreichen Erfolge der vergangenen Jahre erstmals die
Ausrichtung der Deutsche Meisterschaft in der Behindertensportart Sitzball
erhalten.
Die Deutsche Meisterschaft wurde im Modus Jeder gegen Jeden bei insgesamt 12 in
ihren Landesverbänden qualifizierten Teams zum insgesamt 57. Mal ausgetragen.
Den Behindertensportlern gelang es dabei zum 8. Mal den Meistertitel nach den
Erfolgen der Jahre 1996, 2000, 2002, 2004, 2005, 2008 und 2009 zu erringen.
Gelungene Eröffnungsfeier und nervöser
Start am ersten Turniertag
Zur Eröffnungsfeier nahmen die Aktiven auf dem Hallenboden vor den Ehrengästen
Platz. Nach der Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden Fritz Brosius,
eröffneten der Schirmherr Innenminister Karl Peter Bruch und
Sportbürgermeisterin Martina Hassel offiziell das Turnier.
Offensichtlich war der Druck, vor eigenem Publikum den Titel zu verteidigen,
doch nicht spurlos an den heimischen Sportlern vorbeigegangen. Im ersten Spiel
gegen den Mitfavoriten VSG
Pforzheim lag man gleich zu Beginn fast uneinholbar mit 2:9 hinten. Bis zur
Halbzeit konnte man immerhin auf 10:14 verkürzen. In der zweiten Halbzeit stand
das Spiel mehrfach auf Messers Schneide, doch am Ende mussten beide Teams mit
einem 27:27 zufrieden sein. Keiner ahnte bei diesem Eröffnungsspiel wie wichtig
dieses Ergebnis noch sein sollte.
Die zweite Partie gegen die SG
Rosenheim-Weilheim aus Bayern war ähnlich spannend und mehrfach von umstrittenen
Entscheidungen des Referees geprägt. Zur Halbzeit führte die Heimmannschaft mit
13:12 und am Ende verbuchte man einen 25:23-Sieg auf der Ergebnistafel. Das gab
Hoffnung für einen guten zweiten Turniertag, denn auch das nächste Spiel gegen
das junge Team Sachsen wurde recht reibungslos mit 32:22 gewonnen.
Früher Turnierbeginn am Samstag
Um 9.20 Uhr kam es zum Auftaktmatch des Samstags gegen die BSG Holleben aus
Sachsen-Anhalt. Einige der Spieler erinnerten sich noch lebhaft daran, dass eine
ihrer ersten West-Reisen im Behindertensport sie 1990 zu eben dieser BSG Bad
Kreuznach führte. Die Gastfreundschaft fiel aber in dieser Begegnung bei einem
32:17 diesmal deutlich geringer aus.
Es war klar, dass es von nun an schwerer werden sollte, denn bereits in der
nächsten Partie wartete der Mitfavorit der SG Leipzig-Plauen und hier ging es
dann auch sehr eng zu. Zur Halbzeit stand es Unentschieden 14:14, die zweite
Halbzeit brachte aber die Entscheidung. Ein 26:24 war schon ein erstes
Ausrufezeichen für den weiteren Turnierverlauf, auch wenn es wieder einmal knapp
gewesen war.
Mit dem nachfolgenden Lokal-Derby gegen die BSV Ludwigshafen endete der
Turniervormittag mit einem 27:21. Nachmittags sollten Schlag auf Schlag noch 5
schwere Gegner auf die Gastgeber zukommen.
Guter Auftakt, aber Schock zur
Mittagsstunde
Nach der Mittagspause wartete die BSG Opladen, auch ein bekannt unangenehmer
Gegner aus Nordrhein-Westfalen. Doch dieses Mal sollte alles glatt gehen: 30:21
hieß das Endergebnis. Auch das folgende Match gegen Salamander Kornwestheim
blieb nicht lange spannend, 32:19 lautete die Anzeige bei Spielschluß.
Zu diesem Zeitpunkt konnten noch sage und schreibe 5 Teams Deutscher Meister
werden und noch 3 Spiele standen aus. Auf die Heimmannschaft wartete zuerst der
alte Angstgegner, die BSG Schwerte. Bereits von Anpfiff an ging es hier Spitz
auf Knopf und leider blieb am Ende ein 27:28 zu verzeichnen. Dazu kam jetzt der
Verlustpunkt des ersten Spiels und man war plötzlich nur noch Vierter in der
Tabelle. Pforzheim, Oberhausen und Schwerte lagen jetzt auf den Medaillenrängen.
Um noch eine Titelchance zu haben, mussten praktisch alle drei gegnerischen
Mannschaften noch ein Spiel verlieren!
Die Behindertensportler aus Emmelshausen und Bad Kreuznach waren sichtlich
geschockt, man spielte selbst nur noch gegen den alten Erzrivalen aus Oberhausen
und gegen die BSG Hausen aus Hessen.
Ein echtes Herzschlag-Finale um den Titel
Der achtmalige Meister aus Oberhausen wartete und es ging realistisch darum,
wenigstens eine Medaille zu sichern. Die Oberhausener hatten auch zahlreiche
Schlachtenbummler auf der Tribüne mitgebracht, die zusammen mit den heimischen
Zuschauern für einen angemessenen Lautstärke-Pegel sorgten. Von Anfang an lagen
die Sitzballer der SG Emmelshausen-Bad Kreuznach immer vorn, bis zur Halbzeit
hieß es schon 14:10. Dieser Vorsprung konnte in der Folge noch weiter ausgebaut
werden. Ein unerwartet deutliches 32:22 stand zu Buche und zu aller Überraschung
hatte parallel dazu auf dem Nachbar-Spielfeld Leipzig gegen Schwerte gewonnen!
Jetzt musste gerechnet werden. Nun war nur noch die VSG Pforzheim vor den
Gastgebern in der Tabelle platziert und diese spielten in der letzten Runde
gegen eben diese BSG Schwerte. Die Ausgangssituation war nur den Experten klar:
Die VSG Pforzheim musste gegen Schwerte verlieren und die Gastgeber gegen die
BSG Hausen gewinnen, dann war man Deutscher Meister.
Die Nervosität war groß, schließlich galt der Blick nicht nur dem eigenen Spiel,
sondern auch der Ergebnisanzeige auf dem Nachbarfeld. Zur Halbzeit führte man
selbst nur mit 14:12, aber Pforzheim lag auch 13:15 hinten. Das würde reichen.
Jetzt keine Fehler mehr machen.
Und zum Schluss zählte man wieder die Sekunden und der Jubel war auf Seiten der
einheimischen Behindertensportler. Unfassbar, mit Schützenhilfe der Schwerter
Mannschaft war man völlig überraschend doch noch Deutscher Meister geworden. Es
dauerte Minuten, bis es die Sportler wirklich glauben konnten.
Am Ende ging also der Titel wieder an die SG Emmelshausen/Bad Kreuznach, vor der
VSG Pforzheim und der SG Leipzig-Plauen. Vierter wurde Schwerte vor Oberhausen
und der SG Rosenheim-Weilheim. Siebter wurde die BSG Opladen vor dem Team
Sachsen und der BSG Hausen. Platz 10 holte die BSV Ludwigshafen vor Kornwestheim
und Holleben.
Bei der gleichzeitig in der Halle ausgetragenen DM der Damen wurde die SG
Karlsruhe/Bühl Meister vor der Landesauswahl Niedersachsen und der SG
Herne-Gelsenkirchen. Die Landesauswahl Rheinland-Pfalz wurde leider nur Vierter
vor dem Team Sachsen.
Die Gewinner der Goldmedaille
Heiko Wiesenthal, Holger Voll, Manfred Dorscheid, Adolf Grünewald, Wolfgang
Christ, Michael Rodriguez, Georg Reuter, Jürgen Thiel, Rainer Zender und
Christoph Seimetz spielten bei diesem 8. Titelgewinn für die SG Emmelshausen/Bad
Kreuznach.