Weltcup 2008 in Kigali / Ruanda

 Die Partnerschaft im Behindertensport zwischen den ruandischen und den rheinland-pfälzischen Sitzballern erlebt ihre Fortsetzung. Am 7. und 8. November findet im Kleinen Amahoro Stadion in Kigali die bereits zweite Auflage des Sitzball-Weltcups statt.

 Teilnehmen werden dabei die Nationalteams aus Ruanda, Burundi, Uganda und auch erstmals aus der Demokratischen Republik Kongo. Aus Europa reist die Nationalmannschaft der Schweiz, sowie der Deutsche Vizemeister, die VSG Pforzheim, und der aktuelle Deutsche Meister und Titelverteidiger, die SG Emmelshausen/ Bad Kreuznach an.

Spielszene von 2006

Vorangegangen ist eine beispielhafte Partnerschaft zwischen den Behindertensportlern aus Emmelshausen und dem ruandischen Behindertensportverband Ferhandis.

2004 durften die Sitzballer ihre Sportart auf Initiative des Behindertensportverbands Rheinland-Pfalz und des Partnerschaftsvereins Rheinland-Pfalz/Ruanda in Ruanda vorstellen, was eine ungeahnte Begeisterung auf beiden Seiten weckte und bald Folgen haben sollte.

Im Jahr 2005 wurde mit Unterstützung der BSG Emmelshausen im Rahmen eines Sichtungs- und Leistungslehrgangs schon eine ruandische Nationalmannschaft gebildet, die bereits im gleichen Jahr als Gastmannschaft an der Sitzball-EURO 2005 in Emmelshausen teilnehmen konnte.

Mit Spenden und Erlösen aus dem Verkauf von ruandischem Kunstwerk auf dem Emmelshausener Weihnachtsmarkt konnten in der Folge nicht nur die handwerkliche Ausbildung von ruandischen Behindertensportlern gefördert werden. In folgenden Jahren wurden auch die ruandischen Meisterschaften und Lehrgänge und Begegnungen in den Nachbarländern finanziell unterstützt.

So kam es, dass bereits im Oktober 2006 ein erster Sitzball-Weltcup in Ruanda mit Teams aus Ruanda, Burundi, Uganda, der Schweiz und Deutschland stattfinden konnte. Das mediale Echo in Ruanda war immens, Berichte in Presse, Funk und Fernsehen sorgten für eine prächtige Kulisse beim Turnier und der Sieg der ruandischen Nationalmannschaft über die Schweiz führte mit dem Erringen der Bronzemedaille für eine breite öffentliche Anerkennung der gehandicapten Sportler. Den Titel konnte damals die SG Emmelshausen/Bad Kreuznach erringen, was sie zum bisher ersten und einzigen Weltcup-Sieger in der über 50jährigen Geschichte dieser Sportart werden ließ.

Die finanzielle und ideelle Förderung des Behindertensports in Ruanda wurde in den letzten beiden Jahren konsequent weiterbetrieben, mittlerweile treten bei den ruandischen Meisterschaften sechs Herren- und zwei Damenteams an, deren Spieler meist beinamputiert sind oder gesundheitliche Beeinträchtigungen infolge einer Polio-Erkrankung haben.

Auch konnten die ruandischen Sportler ihre Begeisterung für den Sitzball-Sport jetzt auch in den Kongo weitertragen, was einen weiteren Aufschwung der Sportart im zentralafrikanischen Raum dokumentiert.

Im Jahr 2007 weihte Ministerpräsident Kurt Beck anlässlich seines Staatsbesuches in Ruanda die mit Unterstützung des Landessportbundes neu gebaute Sporthalle des ruandischen Behindertensportverbandes in Kigali ein.

Die Verbandsgemeinde Emmelshausen wurde im letzten Jahr anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda mit dem Kommunalen Ehrenamtspreis des Ministeriums des Innern und für Sport für die nachhaltigen Aktivitäten der Behindertensportler ausgezeichnet. Staatsminister Karl Peter Bruch sagte anlässlich der Preisverleihung im vergangenen Dezember in Mainz, dass „Emmelshausen in Ruanda in aller Munde“ sei.

 Angesichts dieser Erfolgsgeschichte wird die  SG Emmelshausen/Bad Kreuznach nach Auskunft ihres Mannschaftsführers Holger Voll zwar mit dem festen Willen nach Ruanda fahren, ihren Titel erfolgreich zu verteidigen. Der wahre Erfolg ist aber das wiederholte Zustandekommen dieser Veranstaltung und die nachhaltige Fortentwicklung des Behindertensports in Ruanda und der Region der Grossen Seen, sowie die damit einhergehende öffentliche Anerkennung der gehandicapten Sportler.

 Die SG Emmelshausen/Bad Kreuznach wird in Kigali in folgender Besetzung antreten:

Wolfgang Christ, Adolf Grünewald, Alfred Ludwig, Georg Reuter, Christoph Seimetz, Jürgen Thiel, Rainer Zender und Holger Voll.