Sport für Behinderte - hat dies einen Sinn ?
Diese Frage wird auch heute noch gestellt. Inzwischen wird von mehr als 150.000 Behinderten, die in über 1400 Sportgemeinschaften Behindertensport betreiben, diese Frage mit einem klaren JA beantwortet. Allein die Tatsache, dass die Krankenkassen den Behindertensport fördern, müsste eigentlich noch mehr behinderte motivieren, nicht länger abseits zu stehen, sondern sich am Behindertensport zu beteiligen, um Spiel- und Sportmöglichkeiten zu suchen. Jede Spiel- und Sportart dient der Rehabilitation und der Erhaltung der verbliebenen Gesundheit der Behinderten. Art und Umfang der sportlichen Übungen werden vom Behindertensportarzt für die einzelnen Beschädigten bestimmt und sollen gezielt vor auftretenden Schäden schützen. So bewahrheitet sich der oft zitierte Satz: Die Gemeinschaft bei der Teilnahme am Behindertensport, mit Personen, die gemeinsame Interessen und Bedürfnisse haben hilft, menschliche Isolierung zu überwinden.
Behindertensport gibt es seit Mai 1951. In Rheinland-Pfalz wurde der Versehrtensportverband e.V. mit Sitz in Koblenz am 01.Oktober 1952 gegründet. Den gesetzlichen Anspruch der Kriegsbeschädigten auf Teilnahme an Versehrtenleibesübungen kennen wir seit dem 01. Juni 1956. Ab diesem Zeitpunkt beinhaltet das Bundesversorgungsgesetz, dass zur Heilbehandlung auch heilgymnastische und bewegungstherapeutische Übungen gehörten, wenn sie unter Überwachung eines Arztes auch als Gruppenbehandlung durchgeführt werden. Das 1. Neuordnungsgesetz zur Kriegsopferversorgung stellt den Versehrtensport seit 01. Juni 1960 auf eine einwandfreie gesetzliche Grundlage. Heute sprechen wir richtigerweise von Behindertensport. Alle, ob Wehrdienstgeschädigte, Impfgeschädigte, Unfallopfer u.a.m. sind dazu aufgefordert, am Behindertensport teilzunehmen. Versehrtensportgruppen haben sich inzwischen großteils in Behindertensportgruppen umbenannt.
Sitzballer Mitte der 80er Jahre |
Die Behindertensportgruppe Emmelshausen wurde im Mai 1971 gegründet. Einige Mitglieder der Gruppe waren schon seit Jahren in der Behindertensportgruppe Rot-Weiß Koblenz aktiv. Die eigentlichen Gründer der damaligen Versehrtensportgruppe waren die Übungsleiter Walter Jakobs und Helmut Lindner. Erster Vorsitzender der Behindertensportgruppe war bis 1980 Kurt Lahr, danach Willi Kleemann und heute ist es Gerhard Kolberg. Bis 1973 betreute Dr. med. H.Will die Sportgruppe in vorbildlicher Weise, anschließend hat sich Dr. med. Christophoridis für dieses Amt uneigennützig zur Verfügung gestellt. |
Behindertensport im Rahmen der Richtlinien sind: Gymnastik, Ballspiele in Gruppen, Tischtennis, Bogenschiessen und Skilaufen, um nur einige zu nennen. Seit Gründung gibt es in der Behindertensportgruppe wöchentlich eine Stunde Schwimmen und zwei Stunden Sitzballtraining. Ab dem Jahr 1977 wird eine Stunde Bogenschiessen angeboten. Die Beteiligung ist sehr rege. Beim Schwimmen und Sitzball werden zu Beginn, unter Leitung eines ausgebildeten Übungsleiters, jeweils 15 Minuten gymnastische Übungen durchgeführt. Nach dem Schwimmen trifft man sich regelmäßig im Schwimmbad-Cafe zum gemütlichen Beisammensein.
Auch der Wintersport hat bei uns seine Freunde gefunden.
Einige Mitglieder unserer BSG gründeten im Dezember 1972 einen gemischten Kegelclub, der sich noch heute alle vier Wochen auf der Kegelbahn trifft. Seit September 1978 besteht zusätzlich ein Frauenkegelclub, dessen Kegelabende ebenfalls alle vier Wochen stattfinden.
Im August 2000 wurde eine Gymnastikgruppe gegründet, die Gymnastik wird mittwochs in der großen Sporthalle in Emmelshausen in der Zeit von 20.00 bis 21.00 Uhr von einer ausgebildeten Übungsleiterin durchgeführt.
Die Pflege der Geselligkeit kommt bei der Behindertensportgruppe Emmelshausen auch nicht zu kurz. Alljährliche finden eine Weihnachtsfeier und im Sommer ein Grillfest statt, im Herbst steht ein Tagesausflug auf dem Programm.
So ist die Behindertensportgruppe Emmelshausen zu einer echten Gemeinschaft zusammengewachsen, wo jeder gleichgestellt und zur Mithilfe bereit ist.