01. April 2010 · Kommentare deaktiviert für Sitzballer der SG Emmelshausen/Bad Kreuznach Deutscher Meister 2010 !! · Kategorien: Allgemein, Sitzball · Tags:

Die Sitzballer der Spielgemeinschaft Emmelshausen/Bad Kreuznach sicherten sich bei der DM vom 23.bis 24. April 2010 in der Nahestadt Bad Kreuznach abermals den nationalen Titel.

Anlässlich des 50jährigen Vereinsjubiläums der BSG Bad Kreuznach hatte man auch angesichts der zahlreichen Erfolge der vergangenen Jahre erstmals die Ausrichtung der Deutsche Meisterschaft in der Behindertensportart Sitzball erhalten.

Die Deutsche Meisterschaft wurde im Modus Jeder gegen Jeden bei insgesamt 12 in ihren Landesverbänden qualifizierten Teams zum insgesamt 57. Mal ausgetragen.

Den Behindertensportlern gelang es dabei zum 8. Mal den Meistertitel nach den Erfolgen der Jahre 1996, 2000, 2002, 2004, 2005, 2008 und 2009 zu erringen.

Gelungene Eröffnungsfeier und nervöser Start am ersten Turniertag

Zur Eröffnungsfeier nahmen die Aktiven auf dem Hallenboden vor den Ehrengästen Platz. Nach der Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden Fritz Brosius, eröffneten der Schirmherr Innenminister Karl Peter Bruch und Sportbürgermeisterin Martina Hassel offiziell das Turnier.

Offensichtlich war der Druck, vor eigenem Publikum den Titel zu verteidigen, doch nicht spurlos an den heimischen Sportlern vorbeigegangen. Im ersten Spiel gegen den  Mitfavoriten VSG Pforzheim lag man gleich zu Beginn fast uneinholbar mit 2:9 hinten. Bis zur Halbzeit konnte man immerhin auf 10:14 verkürzen. In der zweiten Halbzeit stand das Spiel mehrfach auf Messers Schneide, doch am Ende mussten beide Teams mit einem 27:27 zufrieden sein. Keiner ahnte bei diesem Eröffnungsspiel wie wichtig dieses Ergebnis noch sein sollte.

Die  zweite Partie gegen die SG Rosenheim-Weilheim aus Bayern war ähnlich spannend und mehrfach von umstrittenen Entscheidungen des Referees geprägt. Zur Halbzeit führte die Heimmannschaft mit 13:12 und am Ende verbuchte man einen 25:23-Sieg auf der Ergebnistafel. Das gab Hoffnung für einen guten zweiten Turniertag, denn auch das nächste Spiel gegen das junge Team Sachsen wurde recht reibungslos mit 32:22 gewonnen.

Früher Turnierbeginn am Samstag

Um 9.20 Uhr kam es zum Auftaktmatch des Samstags gegen die BSG Holleben aus Sachsen-Anhalt. Einige der Spieler erinnerten sich noch lebhaft daran, dass eine ihrer ersten West-Reisen im Behindertensport sie 1990 zu eben dieser BSG Bad Kreuznach führte. Die Gastfreundschaft fiel aber in dieser Begegnung bei einem 32:17 diesmal deutlich geringer aus.

Es war klar, dass es von nun an schwerer werden sollte, denn bereits in der nächsten Partie wartete der Mitfavorit der SG Leipzig-Plauen und hier ging es dann auch sehr eng zu. Zur Halbzeit stand es Unentschieden 14:14, die zweite Halbzeit brachte aber die Entscheidung. Ein 26:24 war schon ein erstes Ausrufezeichen für den weiteren Turnierverlauf, auch wenn es wieder einmal knapp gewesen war.

Mit dem nachfolgenden Lokal-Derby gegen die BSV Ludwigshafen endete der Turniervormittag mit einem 27:21. Nachmittags sollten Schlag auf Schlag noch 5 schwere Gegner auf die Gastgeber zukommen.

Guter Auftakt,  aber Schock zur Mittagsstunde

Nach der Mittagspause wartete die BSG Opladen, auch ein bekannt unangenehmer Gegner aus Nordrhein-Westfalen. Doch dieses Mal sollte alles glatt gehen: 30:21 hieß das Endergebnis. Auch das folgende Match gegen Salamander Kornwestheim blieb nicht lange spannend, 32:19 lautete die Anzeige bei Spielschluß.

Zu diesem Zeitpunkt konnten noch sage und schreibe 5 Teams Deutscher Meister werden und noch 3 Spiele standen aus. Auf die Heimmannschaft wartete zuerst der alte Angstgegner, die BSG Schwerte. Bereits von Anpfiff an ging es hier Spitz auf Knopf und leider blieb am Ende ein 27:28 zu verzeichnen. Dazu kam jetzt der Verlustpunkt des ersten Spiels und man war plötzlich nur noch Vierter in der Tabelle. Pforzheim, Oberhausen und Schwerte lagen jetzt auf den Medaillenrängen. Um noch eine Titelchance zu haben, mussten praktisch alle drei gegnerischen Mannschaften noch ein Spiel verlieren!

Die Behindertensportler aus Emmelshausen und Bad Kreuznach waren sichtlich geschockt, man spielte selbst nur noch gegen den alten Erzrivalen aus Oberhausen und gegen die BSG Hausen aus Hessen.

Ein echtes Herzschlag-Finale um den Titel

Der achtmalige Meister aus Oberhausen wartete und es ging realistisch darum, wenigstens eine Medaille zu sichern. Die Oberhausener hatten auch zahlreiche Schlachtenbummler auf der Tribüne mitgebracht, die zusammen mit den heimischen Zuschauern für einen angemessenen Lautstärke-Pegel sorgten. Von Anfang an lagen die Sitzballer der SG Emmelshausen-Bad Kreuznach immer vorn, bis zur Halbzeit hieß es schon 14:10. Dieser Vorsprung konnte in der Folge noch weiter ausgebaut werden. Ein unerwartet deutliches 32:22 stand zu Buche und zu aller Überraschung hatte parallel dazu auf dem Nachbar-Spielfeld Leipzig gegen Schwerte gewonnen!

Jetzt musste gerechnet werden. Nun war nur noch die VSG Pforzheim vor den Gastgebern in der Tabelle platziert und diese spielten in der letzten Runde gegen eben diese BSG Schwerte. Die Ausgangssituation war nur den Experten klar: Die VSG Pforzheim musste gegen Schwerte verlieren und die Gastgeber gegen die BSG Hausen gewinnen, dann war man Deutscher Meister.

Die Nervosität war groß, schließlich galt der Blick nicht nur dem eigenen Spiel, sondern auch der Ergebnisanzeige auf dem Nachbarfeld. Zur Halbzeit führte man selbst nur mit 14:12, aber Pforzheim lag auch 13:15 hinten. Das würde reichen. Jetzt keine Fehler mehr machen.

Und zum Schluss zählte man wieder die Sekunden und der Jubel war auf Seiten der einheimischen Behindertensportler. Unfassbar, mit Schützenhilfe der Schwerter Mannschaft war man völlig überraschend doch noch Deutscher Meister geworden. Es dauerte Minuten, bis es die Sportler wirklich glauben konnten.

Am Ende ging also der Titel wieder an die SG Emmelshausen/Bad Kreuznach, vor der VSG Pforzheim und der SG Leipzig-Plauen. Vierter wurde Schwerte vor Oberhausen und der SG Rosenheim-Weilheim. Siebter wurde die BSG Opladen vor dem Team Sachsen und der BSG Hausen. Platz 10 holte die BSV Ludwigshafen vor Kornwestheim und Holleben.

Bei der gleichzeitig in der Halle ausgetragenen DM der Damen wurde die SG Karlsruhe/Bühl Meister vor der Landesauswahl Niedersachsen und der SG Herne-Gelsenkirchen. Die Landesauswahl Rheinland-Pfalz wurde leider nur Vierter vor dem Team Sachsen.

Die Gewinner der Goldmedaille

Heiko Wiesenthal, Holger Voll, Manfred Dorscheid, Adolf Grünewald, Wolfgang Christ, Michael Rodriguez, Georg Reuter, Jürgen Thiel, Rainer Zender und Christoph Seimetz spielten bei diesem 8. Titelgewinn für die SG Emmelshausen/Bad Kreuznach.

 

Hier ein kleines Video besonderer Qualität von Jochen Reinert, VSG Pforzheim.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bericht: Holger Voll

Montag, 26. April 2010

31. März 2010 · Kommentare deaktiviert für Emmelshausener Doppelsieg beim Sitzballturnier · Kategorien: Allgemein, Sitzball · Tags:

Am  31. Mai  trafen in der Emmelshausener Sporthalle 13 Sitzball-Teams in zwei Leistungsgruppen aufeinander. Der frisch gebackene Deutsche Meister, die Spielgemeinschaft Emmelshausen/Bad Kreuznach, trat dabei gleich mit zwei Mannschaften in der ersten Gruppe an. Nach einem spannenden Turnierverlauf siegte schließlich die „Zweite“ vor der der Ersten Mannschaft der Gastgeber, dabei war in dem stark besetzten Teilnehmerfeld auch der diesjährige Zweite der Deutschen Meisterschaft vertreten, die VSG Pforzheim, welche am Ende Platz 3 belegte.

In der 2. Gruppe gewann die BSG Hermeskeil vor der BSG Wadern und der BSG Pirmasens.

Ein besonderer Höhepunkt war das Einlagespiel zwischen den Meistermannschaften der Fußballer des FC Karbach und der Sitzballer aus Emmelshausen. Auch hier blieben die Behindertensportler ungeschlagen, auch wenn die engagierte Leist

ung der Fußballer von den anwesenden Mannschaften lautstarken Beifall erhielt.

Die Spielgemeinschaft trat in folgender Besetzung an: Heiko Wiesenthal, Peter Gäns, Winfried Link, Georg Reuter und Manfred Dorscheid (alle 2. Mannschaft) und Wolfgang Christ, Mike Rodriguez, Rainer Zender, Christoph Seimetz und Holger Voll (alle 1. Mannschaft).

 

Endstand

Gruppe I

1 SG Emmelshausen/Bad Kreuznach II

2 SG Emmelshausen/Bad Kreuznach I

3 VSG Pforzheim

4 BSG Hausen

5 SV Salamander Kornwestheim

6 BSV Ludwigshafen

 

Gruppe II

1 BSG Hermeskeil

2 BSG Wadern

3 BSG Pirmasens

4 VSG Bad Homburg

5 BSV Rheinland-Pfalz Damen

6 BSG Riegelsberg

7 BSG Ingelheim

Montag, 31. Mai 2010

29. August 2009 · Kommentare deaktiviert für Rheinland-Pfalz-Auswahl holt Silber beim 26. Europäischen Sitzballturnier · Kategorien: Allgemein, Sitzball · Tags:


Keltern-Dietlingen– Das Team des Behinderten-Sportverbands Rheinland-Pfalz errang beim 26. Europäischen Sitzballturnier in den zweiten Platz und damit die Silbermedaille in einem Feld von neun teilnehmenden Auswahlmannschaften.
Die Rheinland-Pfälzer hatten zu Anfang gegen das Team des Landesverbandes Sachsen gleich einen schweren Stand und da das Spiel in den ganzen 14 Minuten auf Messers Schneide stand, endete es schließlich doch sehr unglücklich 23:26, nachdem es eine Minute vor Schluss noch 23:23 hieß. Dabei waren die Rheinland-Pfälzer doch so hoffnungsvoll in das Turnier gegangen und nun schien es nichts mit der ersehnten Medaille zu werden.
In der zweiten Partie gegen die Erzrivalen aus Nordrhein-Westfalen ging es damit gleich darum, die letzte Medaillenchance zu wahren. Ein 29:21 war denn auch unerwartet deutlich, hatte man sich in den letzten Jahrzehnten doch recht brisante und knappe Duelle geliefert. Danach konnten es die Rheinland-Pfälzer gegen den Landesverband Baden recht gelassen angehen lassen, ein 28:17 war doch schon sehr deutlich. Im letzten Spiel des Vormittags gegen das Nationalteam der Schweiz, war der 29:21-Sieg äußerst wichtig und auch in dieser Höhe verdient.
Nach der Mittagspause wartete die gastgebende VSG Pforzheim, immerhin zweifacher deutscher Meister in den letzten Jahren und somit einer der Topfavoriten. Ein 29:22 war ein mehr als deutliches Zeichen für den Wiedereintritt in den Titelkampf, hatten doch die Pforzheimer kurz vorher die Sachsen geschlagen und damit die Auftaktniederlage der Rheinland-Pfälzer bedeutungslos gemacht.
Unerwartete Mühe kostete die anschließende Partie gegen Hessen, aber letztendlich war es doch wieder deutlich mit einem 30:24. im vorletzten Match gegen Bayern ging es damit darum, welche Mannschaft eine Medaille sicher haben sollte, schließlich waren die Bayern bisher auch erst mit einer Niederlage aus der Partie auf der Turniertabelle verzeichnet. Nach einem 0:4-Anfangsrückstand hieß es zur Halbzeit nur noch 12:13, jetzt musste der Spieß noch rumgedreht werden. Und auch das gelang dank einer deutlichen Steigerung in Abwehr und Angriff. Den Bayern gelangen in der zweiten Halbzeit nur noch 7 Punkten, das 29:20 war die Belohnung für eine aufopferungsvollen Kampf und eine geschlossene Mannschaftsleistung.
Jetzt kam es zum Duell mit der bis dahin unangefochten gebliebenen Deutschen Nationalmannschaft, mit der man nun ein richtiges Finale um den Titel austragen konnte. Ein deutlicher Beleg für die Dominanz der rheinland-pfälzischen Sitzballer ist es, dass im Endspiel nun vier Rheinland-Pfälzer im Nationalteam der rheinland-pfälzischen Landesauswahl gegenüber saßen. Leider riss aber die Siegesserie gerade im entscheidenden Spiel, bereits nach 2 Minuten hieß es 0:6, bis zur Halbzeit konnte dieser Rückstand auch nicht mehr verkürzt werden. Die Rheinland-Pfälzer zeigten aber Moral und kämpften auch in Hälfte zwei um jeden Ball, auch wenn es in der Endabrechnung mit 20:29 eine deutliche Niederlage setzte.
Die BSV Rheinland-Pfalz spielte in folgender Besetzung: Michael Rodriguez, Wolfgang Christ, Georg Reuter, Adolf Grünewald, Rainer Zender, Holger Voll (alle Spielgemeinschaft Emmelshausen/Bad Kreuznach) und Heiko Schäfer (BSV Ludwigshafen). Gold mit der DBS-Nationalmannschaft gewannen Heiko Wiesenthal, Peter Gäns, Christoph Seimetz (alle SG Emmelshausen/Bad Kreuznach) und Ulrich Roßmer und Patrick Schmitt (beide BSV Ludwigshafen).

10. November 2008 · Kommentare deaktiviert für Die SG Emmelshausen/Bad Kreuznach gewinnt den Weltcup 2008 in Ruanda · Kategorien: Allgemein, Sitzball · Tags:

Die Behindertensportler aus Emmelshausen und Bad Kreuznach haben unter sehr ungewöhnlichen Rahmenbedingungen auch den zweiten Sitzball-Weltcup in der ruandischen Hauptstadt Kigali gewonnen. An der Veranstaltung am 7. und 8. November  im Kleinen Amahoro Stadion nahmen außer dem Deutschen Meister der SG Emmelshausen/Bad Kreuznach auch der Deutsche Vizemeister aus Pforzheim, sowie Nationalteams aus der Schweiz, Ruanda, Burundi, Uganda und zu aller Überraschung auch aus der Demokratischen Republik Kongo teil. Den kongolesischen Behindertensportlern, die zum größten Teil aus der Krisenregion Goma stammen, gelang die Anreise trotz der teilweise katastrophalen Situation im ruandisch-kongolesischen Grenzgebiet.

Vor dem Weltpokalturnier waren die Behindertensportler durch ein breites Medieninteresse überrascht worden. Am Donnerstagabend fand eine Pressekonferenz mit zentralafrikanischen Medienvertretern und den Mannschaftskapitänen statt. Das ruandische Fernsehen strahlte Werbespots mit Spielszenen des letzten Weltcups aus, die mit einer eigens komponierten Hymne zum Event unterlegt waren.

Audio: Sitzball beim SWR 4

Zur Überraschung der angereisten Sportler wurde diese vor Turnierbeginn mitsamt einer Tanzgruppe live auf einer Bühne dargeboten, was die Kulisse entsprechend auf den Event vorbereitete. Im Kontrast dazu stand eine bewegende Eröffnungsfeier, in der die afrikanischen Teams teilweise ihre Hymnen selbst ohne Musikbegleitung sangen.

Das Eröffnungsspiel gestalteten Ruanda und Uganda, wobei die Gastgeber mit 31:13 deutlich gewannen. Für das Team aus Emmelshausen/Bad Kreuznach ging es zu Anfang gleich gegen das offensichtlich noch von den Reisestrapazen geschwächte Team aus dem Kongo.

Das Endergebnis war folgerichtig mit 37:10 sehr deutlich. Sofort nach der Partie schenkten die Sitzballer den Kongolesen mehrere Sportartikel, nach der Veranstaltung gingen fast alle Ausrüstungsgegenstände und diverse Gehstützen der deutschen Sportler an die Kongolesen, die diese offensichtlich mit großer Freude entgegen nahmen.

Die Spiele gegen Burundi (33:21) und die VSG Pforzheim (30:20) waren ein deutliches sportliches Signal für den folgenden zweiten Turniertag. Enttäuschend für die Zuschauer im Stadion war die knappe Niederlage des ruandischen Nationalteams gegen die Schweiz mit 21:22 am späten Freitagabend.

Am Samstag bildeten die Begegnungen gegen Uganda (31:18) und Ruanda B (34:20) einen guten Auftakt in den entscheidenden Turniertag für die Rheinland-Pfälzer. Nach der Mittagspause ging es dann in das mit Spannung erwartete Match zwischen den Gastgebern und dem Titelverteidiger aus Emmelshausen/Bad Kreuznach. Die stark verbesserten Ruander hatten sich schließlich vor dem Turnier große Hoffnungen auf den Titelgewinn gemacht und sich eine Taktik mit einem zusätzlichen Offensivspieler ausgedacht. Mit einer Kombination aus einer starken Blockarbeit und einer sehr gut funktionierenden Abwehr gaben die Rheinland-Pfälzer den Ruandern unerwarteter Weise nicht den Hauch einer Chance, das Ergebnis von 36:19 entsprach auch in dieser Höhe dem Spielverlauf. Zum Vorrunden-Abschluss hatte ein 29:18 gegen die Schweiz nur noch nachrichtlichen Wert.

Es galt nun den Endspielgegner zu ermitteln. Im allerletzten Match der Vorrunde trafen Ruanda A und die VSG Pforzheim aufeinander. Das Klassement wollte es bis zu diesem Zeitpunkt so, dass ein Sieg mit 4 Punkten Differenz den Ruandern noch zum Finaleinzug verhelfen konnte. Von Anfang an lagen die Ruander in Führung, zwei Minuten vor Schluss sogar mit 3 Punkten Vorsprung! Allerdings sollte es auch dieses Mal nicht reichen und ein 24:23-Sieg wurde zwar vom Publikum gefeiert, reichte aber „nur“  zum kleinen Finale um Platz 3.

Hier ging es für die Ruander abermals gegen die Schweiz. Mit einer überzeugenden Leistung gelang es den Gastgebern wenige Minuten vor Schluss mit 22:14 in Führung zu liegen, da kamen aber zum wiederholten Male die Nerven ins Spiel. Sieben (!) Fehler in Folge brachten die Schweizer zurück ins Spiel und es stand wenige Sekunden vor dem Abpfiff nur noch 22:21 für die Ruander. Entscheidend war dann ein Ausball eines schweizerischen Angreifers, der zu einer umfeierten Bronzemedaille der Ruander führte.

Mitten in die turbulenten Feierszenen geriet die Vorbereitung des rein deutschen Endspiels. Die Pforzheimer wollten die deutliche Niederlage des Vortags mit aller Macht wieder wettmachen, doch die SG Emmelshausen/Bad Kreuznach war an diesem Tag nicht zu schlagen. Das 27:21 war schließlich zwar der knappste Sieg des neuen und alten Titelträgers bei diesem Turnier, aber auch in dieser Höhe verdient und nicht gefährdet.

Bei der direkt anschließenden Siegerehrung erhielten die Turniersieger nicht nur die Goldmedaillen und den Pokal, sondern auch noch persönliche Auszeichnungen. So wurde Teamkapitän Holger Voll zum besten Spieler des Turniers und Wolfgang Christ zum besten Angreifer gewählt. Weiter für das Team am Ball waren Christoph Seimetz, Georg Reuter, Jürgen Thiel, Rainer Zender, Adolf Grünewald und Alfred Ludwig.

Teamkapitän Voll sagte hierzu: „Natürlich freuen wir uns über diesen Titel, aber wichtiger und bleibender ist der ungeheure Aufschwung unserer Sportart in dieser Region. Die unglaubliche Spielfreude und der sportliche Ehrgeiz unserer afrikanischen Freunde wird uns vor allen anderen Dingen in Erinnerung bleiben.“

 

Im Rahmen der Abschlussfeier kündigten auch folgerichtig die ugandischen Sportler an, den nächsten Sitzball-Weltcup im Jahre 2010 austragen zu wollen. Vielleicht wird es bis dahin gelingen, noch weitere afrikanische Teams für die Behindertensportart Sitzball zu begeistern.

Montag, 10. November 2008

29. März 2008 · Kommentare deaktiviert für BSG Seriensieger in Ingelheim · Kategorien: Allgemein, Sitzball · Tags:

 

Am 29. März 2008 gewannen die Sitzballer aus Emmelshausen den Wanderpokal der BSG Ingelheim bereits zum vierten Mal in Folge. Der Stifter des Pokals, Ingelheims Oberbürgermeister Gerhard, hatte zur Turniereröffnung noch die anderen Teams darum gebeten, es den Vorderhunsrückern doch wenigstens ein etwas schwerer zu machen.

In der Besetzung Adolf Grünewald, Wolfgang Christ, Hermann Kapp, Winfried Link und Holger Voll siegten die Behindertensportler dann aber nacheinander gegen die BSG Riegelsberg (26:21), die gastgebende BSG Ingelheim (33:9), die BSG Wadern (26:20) und die Damenauswahl der BSV Rheinland-Pfalz (30:14). Zum Abschluss des Turniers kam es zum Finale gegen die bis dahin ebenfalls ungeschlagene BSG Hermeskeil, welches letztlich klar mit 30:22 gewonnen wurde. Bei der Siegerehrung erhielten die Emmelshausener denn auch neben dem neuen Wanderpokal und dem obligatorischen Ingelheimer Rotwein auch das Kompliment, dass sie trotz ihrer Siegesserie immer wieder gerne in Ingelheim gesehen werden.

Endstand

1 BSG Emmelshausen

2 BSG Hermeskeil

3 BSG Wadern

4 BSV Ludwigshafen

5 BSG Riegelsberg

6 VSG Bad Homburg

7 BSV RP Damen

8 BSG Pirmasenes

9 BSG Ingelheim 1

10 BSG Ingelheim

Text: Holger Voll

Samstag, 29. März 2008

29. Juni 2005 · Kommentare deaktiviert für BSG Emmelshausen holt Europa-Titel 2005 · Kategorien: Allgemein, Sitzball · Tags:

Der amtierende Deutsche Meister BSG Emmelshausen sorgte in gut gefüllter Halle für ein absolutes Novum und sicherte sich den Titel beim 22.Europäischen Sitzball-Turnier.
Hervorragende Stimmung beherrschte das Turnier von Anfang an, schließlich hatten die Gastgeber mit der Einladung an die Nationalmannschaft des rheinland-pfälzischen Partnerlands Ruanda für ein absolutes Highlight im internationalen Behindertensport gesorgt.

Ruandische Nationalmannschaft erstmals in Europa am Ball

Nicht nur dass das Team aus Zentralafrika das Feld durch ein engagiertes und kämpferisches Spiel belebte, die Sportler aus Ruanda sorgten mit einer stimmungsvollen Begleitung der restlichen Partien für eine ungeahnt lautstarke und enthusiastische Stimmung in der Emmelshausener Sporthalle. Leider reichte es dieses Mal noch nicht zu einem Sieg, was aber angesichts der Tatsache, dass Sitzball im Oktober zum ersten Mal in Ruanda von den Emmelshausener Sportlern vorgestellt worden war und erst im März das erste Training stattgefunden hatte, nicht sonderlich enttäuschend für die weitgereisten Sportler war.
Zu den Kuriositäten des Behindertensports gehört es sicherlich, dass das afrikanische Team bei seinem ersten Auftreten gleich mit einer Dopingkontrolle konfrontiert wurde.

Entspannter Auftakttag für die Emmelshausener

Mit einer Eröffnungsfeier unter professioneller Leitung des Conferenciers Markus Budde mit Grußworten des Vertreters des Innenministeriums Herrn Fischer in Vertretung des Schirmherrn Ministerpräsident Kurt Beck, eines Vertreters der ruandischen Botschaft, des Präsidenten des Behindertensportverbands Rheinland-Pfalz Hagen Herwig, des Landrats Bertram Fleck, des Verbandsbürgermeisters Peter Unkel und dem anschließenden Abspielen der Nationalhymnen ging es recht feierlich in den ersten Turniertag.
Abgesehen vom Stress der Vorbereitungen und der Betreuung des ruandischen Teams verlief der Freitag im weiteren für die Emmelshausener Sitzballer recht entspannt. Der Spielplan wollte es so, dass zuerst das Spiel gegen Wien auf dem Tableau stand. Nachdem dieses mit 34:22 recht glatt gewonnen wurde, ging es gegen die Landesauswahl Sachsen mit 30:20 geradlinig weiter. Nacheinander wurden jetzt sowohl Bayern mit 28:23 und Österreich I mit 31:23 besiegt. Jetzt galt es, sich auf die erwartet engeren Partien des Samstags vorzubereiten, wobei sich dabei eine größere mediale Präsenz abzeichnete.

Morgendliche Spiele im Fokus der TV-Sender

Für die am Samstagmorgen anstehenden Spiele hatten sich sowohl ein Team der ZDF-Sendung Aktion Mensch, als auch ein Team der Landesschau des Südwestfunks angekündigt. Nachdem diese bereits das Spiel Emmelshausen gegen den langjährigen Rivalen aus Nordrhein-Westfalen (26:21) verfolgen konnten, wollten beide Fernsehteams nun das Spiel Emmelshausen gegen Ruanda vom Spielfeldrand aus verfolgen, was für ein rechtes Gedränge rund um das Spielfeld sorgte. Die Emmelshausener traten zu diesem Spiel mit der Besetzung der Ruandareise vom letzten Oktober an und gewannen das Match gegen ihre Freunde aus dem Partnerland mit 28:18. Der wahre Sieger dieses Spiels wurde aber nicht nach Punkten ermittelt, er stand mit dem Sitzballsport bereits vor der Begegnung fest. Die herzlichen Umarmungen nach dem Match belegten, dass mit tatkräftiger Unterstützung des Partnerschaftsvereins Rheinland-Pfalz/Ruanda nach vielen Partnerschaften von Schulen und Kommunen nun eine Freundschaft zwischen Behindertensportlern entstanden ist.
Gegen Mittag wurde dann noch die Nationalmannschaft der Schweiz mit 30:21 besiegt, die makellose Bilanz ließ den Nachmittag nun schon recht verheißungsvoll erscheinen.

Steigende Spannung in der sommerlichen Hitze

Bei immer wärmer werdenden Temperaturen stieg neben der Quecksilbersäule auch die Spannung in der Halle stetig an. Zuerst wurde am Nachmittag die Landesauswahl Hessen mit 31:23 bezwungen. Danach gab es mit 36:15 den höchsten Emmelshausener Sieg im Turnier gegen Österreich II. Im Spiel gegen des Landesverband Baden ging es jetzt schon wesentlich enger zur Sache, schließlich ging es dabei gegen den späteren Bronzemedaillengewinner. Aber gegen die Gastgeber war an diesem Nachmittag nichts zu holen und so hieß es nach zweimal sieben Minuten 27:18. Jetzt hatte sich die Halle auch schon kräftig gefüllt und die Spieler der BSG Emmelshausen hielten vor der Tribüne die Spannung vor dem echten Endspiel gegen den Titelverteidiger, die Deutsche Nationalmannschaft, welche bis dato auch eine makellose Bilanz im Turnierverlauf hatte.

Begeisterndes Finale

Vor jetzt circa 250 Zuschauern, die von den ruandischen Spielern noch zusätzlich eingepeitscht wurden, ging es nun ins Finale. Von Anfang an führte die BSG Emmelshausen und gab diese Führung während des gesamten Spieles nicht mehr ab. Zur Halbzeit stand es verdientermaßen 14:12, die Konzentration und der Siegeswille stand allen Spielern dabei förmlich ins Gesicht geschrieben. Nachdem der Vorsprung kontinuierlich ausgeweitet werden konnte, wurde der kaltgestellte Sekt schon in die Halle geschafft. Das Endergebnis von 29:24 ließ dann alle Dämme brechen, die Emmelshausener Spieler bildeten nach dem Zählen der Schlusssekunden recht schnell ein Knäuel und wurden einer Schaumwein-Dusche unterzogen.

Am Ende nur Gewinner und strahlende Gesichter

Bei der Abendveranstaltung im Zentrum am Park gab es fast nur strahlende Gesichter. Am breitesten lächelten natürlich die Sieger aus Emmelshausen: Peter Gäns, Wolfgang Christ, Heiko Wiesenthal, Michael Rodriguez, Hermann Kapp, Helmut Führ, Winfried Link, Adolf Grünewald, Georg Reuter und Holger Voll.
Aber auch alle anderen Teams zeigten sich in Festtagslaune, durch die perfekte Organisation während des Turniers, das Auftreten der ruandischen Mannschaft und ein gelungenes Abendprogramm im Zap mit den Gnomen, den Tanzenden Sternen und dem Zauberkünstler Daniel Volk war das Turnier rundum gelungen.

Die BSG Emmelshausen möchte nun gemeinsam mit dem Partnerschaftsverein Rheinland-Pfalz/Ruanda und dem ruandischen Behindertensportverband FERHANDIS ein Projekt zur langfristigen Selbstfinanzierung der ruandischen Behindertensportler starten, 500 Euro haben die Spieler der BSG Emmelshausen schon in den eigenen Reihen gesammelt. Weiterhin ist es geplant, im Herbst 2006 erstmals eine interkontinentale Großveranstaltung des Behindertensports in Afrika mit einem Sitzball-Turnier in Kigali zu veranstalten. Auf jeden Fall möchten die Vorderhunsrücker die frisch gewonnene Freundschaft mit den ruandischen Sportlern weiterhin gedeihlich wachsen lassen, ganz im Sinne der erfolgreichen Graswurzelpartnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda.