01. April 2010 · Kommentare deaktiviert für Sitzballer der SG Emmelshausen/Bad Kreuznach Deutscher Meister 2010 !! · Kategorien: Allgemein, Sitzball · Tags:

Die Sitzballer der Spielgemeinschaft Emmelshausen/Bad Kreuznach sicherten sich bei der DM vom 23.bis 24. April 2010 in der Nahestadt Bad Kreuznach abermals den nationalen Titel.

Anlässlich des 50jährigen Vereinsjubiläums der BSG Bad Kreuznach hatte man auch angesichts der zahlreichen Erfolge der vergangenen Jahre erstmals die Ausrichtung der Deutsche Meisterschaft in der Behindertensportart Sitzball erhalten.

Die Deutsche Meisterschaft wurde im Modus Jeder gegen Jeden bei insgesamt 12 in ihren Landesverbänden qualifizierten Teams zum insgesamt 57. Mal ausgetragen.

Den Behindertensportlern gelang es dabei zum 8. Mal den Meistertitel nach den Erfolgen der Jahre 1996, 2000, 2002, 2004, 2005, 2008 und 2009 zu erringen.

Gelungene Eröffnungsfeier und nervöser Start am ersten Turniertag

Zur Eröffnungsfeier nahmen die Aktiven auf dem Hallenboden vor den Ehrengästen Platz. Nach der Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden Fritz Brosius, eröffneten der Schirmherr Innenminister Karl Peter Bruch und Sportbürgermeisterin Martina Hassel offiziell das Turnier.

Offensichtlich war der Druck, vor eigenem Publikum den Titel zu verteidigen, doch nicht spurlos an den heimischen Sportlern vorbeigegangen. Im ersten Spiel gegen den  Mitfavoriten VSG Pforzheim lag man gleich zu Beginn fast uneinholbar mit 2:9 hinten. Bis zur Halbzeit konnte man immerhin auf 10:14 verkürzen. In der zweiten Halbzeit stand das Spiel mehrfach auf Messers Schneide, doch am Ende mussten beide Teams mit einem 27:27 zufrieden sein. Keiner ahnte bei diesem Eröffnungsspiel wie wichtig dieses Ergebnis noch sein sollte.

Die  zweite Partie gegen die SG Rosenheim-Weilheim aus Bayern war ähnlich spannend und mehrfach von umstrittenen Entscheidungen des Referees geprägt. Zur Halbzeit führte die Heimmannschaft mit 13:12 und am Ende verbuchte man einen 25:23-Sieg auf der Ergebnistafel. Das gab Hoffnung für einen guten zweiten Turniertag, denn auch das nächste Spiel gegen das junge Team Sachsen wurde recht reibungslos mit 32:22 gewonnen.

Früher Turnierbeginn am Samstag

Um 9.20 Uhr kam es zum Auftaktmatch des Samstags gegen die BSG Holleben aus Sachsen-Anhalt. Einige der Spieler erinnerten sich noch lebhaft daran, dass eine ihrer ersten West-Reisen im Behindertensport sie 1990 zu eben dieser BSG Bad Kreuznach führte. Die Gastfreundschaft fiel aber in dieser Begegnung bei einem 32:17 diesmal deutlich geringer aus.

Es war klar, dass es von nun an schwerer werden sollte, denn bereits in der nächsten Partie wartete der Mitfavorit der SG Leipzig-Plauen und hier ging es dann auch sehr eng zu. Zur Halbzeit stand es Unentschieden 14:14, die zweite Halbzeit brachte aber die Entscheidung. Ein 26:24 war schon ein erstes Ausrufezeichen für den weiteren Turnierverlauf, auch wenn es wieder einmal knapp gewesen war.

Mit dem nachfolgenden Lokal-Derby gegen die BSV Ludwigshafen endete der Turniervormittag mit einem 27:21. Nachmittags sollten Schlag auf Schlag noch 5 schwere Gegner auf die Gastgeber zukommen.

Guter Auftakt,  aber Schock zur Mittagsstunde

Nach der Mittagspause wartete die BSG Opladen, auch ein bekannt unangenehmer Gegner aus Nordrhein-Westfalen. Doch dieses Mal sollte alles glatt gehen: 30:21 hieß das Endergebnis. Auch das folgende Match gegen Salamander Kornwestheim blieb nicht lange spannend, 32:19 lautete die Anzeige bei Spielschluß.

Zu diesem Zeitpunkt konnten noch sage und schreibe 5 Teams Deutscher Meister werden und noch 3 Spiele standen aus. Auf die Heimmannschaft wartete zuerst der alte Angstgegner, die BSG Schwerte. Bereits von Anpfiff an ging es hier Spitz auf Knopf und leider blieb am Ende ein 27:28 zu verzeichnen. Dazu kam jetzt der Verlustpunkt des ersten Spiels und man war plötzlich nur noch Vierter in der Tabelle. Pforzheim, Oberhausen und Schwerte lagen jetzt auf den Medaillenrängen. Um noch eine Titelchance zu haben, mussten praktisch alle drei gegnerischen Mannschaften noch ein Spiel verlieren!

Die Behindertensportler aus Emmelshausen und Bad Kreuznach waren sichtlich geschockt, man spielte selbst nur noch gegen den alten Erzrivalen aus Oberhausen und gegen die BSG Hausen aus Hessen.

Ein echtes Herzschlag-Finale um den Titel

Der achtmalige Meister aus Oberhausen wartete und es ging realistisch darum, wenigstens eine Medaille zu sichern. Die Oberhausener hatten auch zahlreiche Schlachtenbummler auf der Tribüne mitgebracht, die zusammen mit den heimischen Zuschauern für einen angemessenen Lautstärke-Pegel sorgten. Von Anfang an lagen die Sitzballer der SG Emmelshausen-Bad Kreuznach immer vorn, bis zur Halbzeit hieß es schon 14:10. Dieser Vorsprung konnte in der Folge noch weiter ausgebaut werden. Ein unerwartet deutliches 32:22 stand zu Buche und zu aller Überraschung hatte parallel dazu auf dem Nachbar-Spielfeld Leipzig gegen Schwerte gewonnen!

Jetzt musste gerechnet werden. Nun war nur noch die VSG Pforzheim vor den Gastgebern in der Tabelle platziert und diese spielten in der letzten Runde gegen eben diese BSG Schwerte. Die Ausgangssituation war nur den Experten klar: Die VSG Pforzheim musste gegen Schwerte verlieren und die Gastgeber gegen die BSG Hausen gewinnen, dann war man Deutscher Meister.

Die Nervosität war groß, schließlich galt der Blick nicht nur dem eigenen Spiel, sondern auch der Ergebnisanzeige auf dem Nachbarfeld. Zur Halbzeit führte man selbst nur mit 14:12, aber Pforzheim lag auch 13:15 hinten. Das würde reichen. Jetzt keine Fehler mehr machen.

Und zum Schluss zählte man wieder die Sekunden und der Jubel war auf Seiten der einheimischen Behindertensportler. Unfassbar, mit Schützenhilfe der Schwerter Mannschaft war man völlig überraschend doch noch Deutscher Meister geworden. Es dauerte Minuten, bis es die Sportler wirklich glauben konnten.

Am Ende ging also der Titel wieder an die SG Emmelshausen/Bad Kreuznach, vor der VSG Pforzheim und der SG Leipzig-Plauen. Vierter wurde Schwerte vor Oberhausen und der SG Rosenheim-Weilheim. Siebter wurde die BSG Opladen vor dem Team Sachsen und der BSG Hausen. Platz 10 holte die BSV Ludwigshafen vor Kornwestheim und Holleben.

Bei der gleichzeitig in der Halle ausgetragenen DM der Damen wurde die SG Karlsruhe/Bühl Meister vor der Landesauswahl Niedersachsen und der SG Herne-Gelsenkirchen. Die Landesauswahl Rheinland-Pfalz wurde leider nur Vierter vor dem Team Sachsen.

Die Gewinner der Goldmedaille

Heiko Wiesenthal, Holger Voll, Manfred Dorscheid, Adolf Grünewald, Wolfgang Christ, Michael Rodriguez, Georg Reuter, Jürgen Thiel, Rainer Zender und Christoph Seimetz spielten bei diesem 8. Titelgewinn für die SG Emmelshausen/Bad Kreuznach.

 

Hier ein kleines Video besonderer Qualität von Jochen Reinert, VSG Pforzheim.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bericht: Holger Voll

Montag, 26. April 2010

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